Dienstag, 7. Juli 2009

Unsere ElternZeitReise

Ganz zum Schluss kommt nun der Versuch eines Resümees. Da wir lange unterwegs waren, fällt so eine Zusammenfassung natürlich schwer. Obwohl wir ganz kurz sagen können: Schön wars! Bei der Rundreise um den Peloponnes würden wir nichts wesentlich anders machen. Das Tempo der Reise stimmte und ich denke, wir sind den unterschiedlichen Bedürfnissen von Kindern und Erwachsenen gerecht geworden. Dabei war das Wohnmobil ein optimales Reise- und Wohnfahrzeug.
Soviel zum Gesamteindruck, im Folgenden gibt es noch ein paar einzelne Erkenntnisse:

Egal wie nah das nächste Dorf, die nächste Sehenswürdigkeit oder der nächste Supermarkt ist – immer ist ein Berg im Weg. Gar nicht gut fürs radeln in sengender Hitze.

Im Kaiafas-See lebt ein Seeungeheuer. Das mag jetzt eine überraschende Feststellung sein und wir haben es auch nicht gesehen. Aber es ist so ;-)

Campingplätze können verschwinden. Zum Glück ist das nie passiert, als wir gerade da waren, aber bevor wir ankamen leider schon.

Die Zahnradbahn zwischen Diakofto und Kalavrita fährt am Wochenende und unter der Woche entweder gar nicht, einmal am Tag oder vier mal am Tag. Und wer es genau wissen will, der erfährt es weder im Internet, noch durch anrufen. Persönlich zum Bahnhof zu fahren, ist die einzige verlässliche Quelle.

Im Gebirge ist es kühler als am Strand. Und das ist auch gut so!

Waldbrandgefahr ist so ziemlich das einzige, was Griechen ernst zu nehmen scheinen.

Man kann natürlich versuchen, auf dem Peloponnes einen nicht-touristischen Ort zu finden. Aber man sollte vorsorglich davon ausgehen, dass es einen solchen nicht gibt.

Lidl ist super. Lidl ist super? Naja, jedenfalls war Lidl besser als jeder Dorf-Supermarkt. Aber das ist eigentlich auch kein Kunststück, denn richtig gut einkaufen kann man in Griechenland nur in ... Italien ;-)

Was wir in bester Erinnerung behalten: den Strand vis a vis der Insel Elafonissos, den Campingplatz Nikolas II, den wilden Stellplatz in den Bergen, Messene und den fangfrischen Thunfisch aus Nafplio. Verzichten können hätten wir auf den Strand von Rion, den Campingplatz Erodios in Gialova (Pylos), die Übernachtung auf dem Parkplatz in Epidauros und Grillfleisch aus dem Supermarkt.

Sonntag, 5. Juli 2009

Back in Berlin

Wir sind wieder da! Gestern haben wir exakt um 9:16 Uhr die Statue des Berliner Bären am ehemaligen Grenzübergang Dreilinden passiert. Kurze Zeit später haben wir unsere gute alte Wohnung in Augenschein genommen. Sie kam uns sehr groß vor ;-) Seitdem sind wir überwiegend mit ausräumen, waschen und putzen beschäftigt. Und morgen muss das Wohnmobil zurück zum Vermieter - ganz Schluss ist also noch nicht. Diesem Blog fehlt ja auch noch der Schlusseintrag ...

Donnerstag, 2. Juli 2009

Geburtstag mit Kamelen

Ponyhof war gestern! Wir haben Emilias Geburtstag mit einem Ausflug zu einem Kamelhof gefeiert. Nach einem ausgedehnten Geburtstagsfrühstück (siehe Foto) und einem Spielvormittag haben wir es noch knapp vor dem sommertäglichen Gewitter geschafft eine Runde mit den Wüstentieren zu drehen. Hauptattraktion war aber die Fütterung. Während Emilia ganz verdutzt auf die Kamele zeigte, hat Helge immer neue Berge von Stroh aufgehäuft. Entsprechend riecht er nun auch und muss erstmal in die Badewanne. Wir müssen uns derweil langsam von Pia, Peter, Maya und Nova verabschieden, denn unser angenehmer Aufenthalt hier endet morgen mit dem Beginn der Rückfahrt nach Berlin ...

Mittwoch, 1. Juli 2009

Im Kindertraumland

Okay, das könnte jetzt ein Werbe-Eintrag werden. Wir waren nämlich im Playmobil FunPark, ganz in der Nähe von Nürnberg, beim Stammsitz der Firma. (Für alle, die es nicht wussten: Playmobil ist tatsächlich eine deutsche Erfindung.) Jedenfalls hat es uns allen wirklich gut gefallen. Bei strahlendem Sonnenschein hat sich Helge auf den zahlreichen Spielplätzen vergnügt, Playmobil-Schiffe durch Wasserkanäle geschoben und eine Playmobil-Kuh gemolken. Und auch für Emilias Unterhaltung war gut gesorgt - mit Spielzeug für unter 3-Jährige. Glücklicherweise gibt es in dem Park keine lärmenden Kirmes-Attraktionen, sondern einfach nur viele phantasievolle Spielgelegenheiten. Uns hat nur ein gutes Buch gefehlt, mit dem wir uns neben die zufriedenen Kinder hätten setzen können ;-)
So, nun aber genug der Werbung (man merkt: ich wurde frühkindlich beeinflußt) und weiter zur letzten Etappe der ElternZeitReise zu Pia, Peter und ihren Kindern Maya und Nova in Horb am Neckar ...

Dienstag, 30. Juni 2009

Und nochmal: Ja!

Unbestritten das Highlight unserer Rückreise durch Süddeutschland: Wiebkes und Bens kirchliche Trauung. Eine Hochzeit ist aber auch schwer zu toppen - selbst wenn sie von denkwürdigen Regengüssen begleitet wird. Letztendlich haben es aber doch alle geschafft, von der Kirche im beschaulichen Limbach zum Ort der Feier in Pommersfelden (beides nördlich von Nürnberg) zu kommen. Und im Laufe des Abends spielte das Wetter dann auch besser mit - zur Freude aller Eltern. Wir haben übrigens die Gelegenheit genutzt und gleich vor dem ländlich gelegenen Cafe übernachtet, natürlich im Womo ;-)

Dienstag, 23. Juni 2009

Finale Fotos Griechenland

Hier ist sie, die sechste und letzte Fotostrecke unserer Reise rund um den Peloponnes, die wir mit einem längeren Aufenthalt außerhalb des Peloponnes, in Delphi, beendet haben.

Yassou Peloponnisos!

Nun sind wir schon nicht mehr da. Am vergangenen Sonntag hat unsere Fähre den Hafen von Patras verlassen und wir haben an Deck dem Peloponnes gewunken und ein "Yassou!" (griechisch für "Tschüss!") zugerufen. Die Nacht davor haben wir (nach der Rückfahrt von Delphi) auf einem zu lauten Campingplatz verbracht und auch auf dem Schiff ließ sich, wegen des Seegangs, leider nicht allzu gut schlafen. Das konnten wir aber beim ersten Zwischenstopp in Italien wieder gutmachen. Nun verbringen wir noch eine Nacht am Gardasee und dann geht es zurück nach Deutschland, wo wir am Samstag in Nürnberg bei Wiebkes & Bens Hochzeit sein wollen ...

Donnerstag, 18. Juni 2009

Emilia & Helge in Delfi

"Was machen wir heute?" fragt Helge. "Wir schauen uns eine Ausgrabungsstätte an." "Kriege ich dann auch wieder eine Belohnung?" Es geht los wie jeden Morgen: Erst stehen die Kinder (oder besser: Emilia) zu früh auf, dann wird es doch hektisch. Denn wir haben uns für den "Tourist-Train" vom Campingplatz zur Ausgrabungsstätte von Delfi angemeldet. Um 8:45 Uhr holt uns das lustige Gefährt ab. Helge ist begeistert.

"Ich habe Hunger, wann machen wir eine Pause?" Diese Frage kommt - wie üblich - noch bevor wir überhaupt den Eingang passiert haben. Und sie verfolgt uns eine ganze Weile. Während Mama und Papa sich im Reiseführer orientieren und hinter dem Eingangstor die Prachtstraße mit den Schatzhäusern in Augenschein nehmen, schlurft Helge sonnenbebrillt und ganz cool durch die Sonne. "Gugga, Gugga" ruft Emilia dazwischen und zeigt mit ihrer Hand wild um sich. Natürlich nehmen wir das als Ausdruck des Interesses auf und motivieren Helge, von dem antiken Steinblock, auf den er sich gelegt hat aufzustehen und weiterzugehen. Schnell findet auch er Dinge von Interesse: einen Käfer, Piekse-Pflanzen oder einfach nur Stöckchen (siehe Foto hier).

Unterhalb des Apollon-Tempels, der das berühmte Orakel von Delfi beherbergte, machen wir dann eine erste Rast. Emilia nuckelt begeistert an einem Stück Banane, Helge mampft zufrieden Käsebrot. Mindestens zwei größere Touristengruppen passieren uns, bevor es weiter geht. Es dauert nicht lange bis zum nächsten: "Kriege ich jetzt meine Belohnung?", doch der Berg Parnass fordert noch mehr von uns. Emilia ist inzwischen auf Mamas Rücken eingeschlafen (Anmerkung: sie ist leichter als der Proviantrucksack, den Papa immer trägt) und verpasst die Postkartenaussicht über das gesamte Heiligtum von Delfi.


Auch oberhalb des Theaters geht es noch weiter, bis zum Stadion. Hier wurde früher extra viel geschwitzt (unbegreiflich!), doch für Helge bedeutet die schattige Rast erstmal: Belohnung! Ein Mini-Döschen Smarties stellt ihn vollstens zufrieden und er posiert bereiwillig neben den leeren Schachteln links im Bild (Mama und Papa wurden auch belohnt ...).

Der Rückweg ist leichter, zudem lockt Helge die "Zug"-Rückfahrt. Vor dem Schatzhaus der Athener blickt er sich noch einmal kurz um, dann sind wir auch schon wieder draußen.

Doch es gib noch mehr zu sehen in Delfi (neben dem Swimmingpool des Campinplatzes, an dem wir den Nachmittag verbringen). Am zweiten Tag schauen wir uns die Überbleibsel eines Athene-Tempels an und besuchen das archäologische Museum. Aus den sehenswerten Exponaten sticht besonders eine Sphinx hervor. Helge und Emilia gefällt der Gang durch die klimatisierten Räume. Und damit lassen wir es auch gut sein - der Pool ruft!

Mittwoch, 17. Juni 2009

Untreu

Ja, wir haben es gewagt: Wir haben den Peloponnes noch vor unserer Abreise verlassen. Derzeit befinden wir uns auf dem Festland in Delfi (dazu später mehr). Doch auch vorher schon haben wir, wenn auch nur ganz kurz, die Seite gewechselt. Und zwar die Seite des Kanals von Korinth, dem beeindruckenden 6,3Kilometer langen Bauwerk aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, der für die Seefahrt (wegen seiner zu geringen Größe) fast keine Bedeutung mehr hat. Der Blick hinab ist wirklich toll und läßt sich wahrscheinlich nur durch Bungee-Jumping von einer Kanalbrücke übertreffe. Aber dabei haben wir nur zugeschaut ...

Danach haben wir uns wiedermal unter Ruinen gmischt, natürlich die des antiken Korinth. Der besondere Reiz hier: Das Stadtzentrum ist noch recht gut erhalten und man braucht wirklich nicht viel Phantasie, um sich den Alltagstrubel in einer römischen Stadt vorzustellen. Zum Alltag gehörte in Korinth auch die Sünde, daher hat der Apostel Paulus nicht nur zahlreiche Briefe an die Korinther geschrieben, sondern war auch dort, um sie auf dem Marktplatz zu ermahnen. Und hinterher hat er seine trockene Kehle bestimmt mit dem Wasser des (noch sprudelnden) Peirinis-Brunnens (Foto unten) benetzt. Das ist doch mal Geschichte hautnah!

Montag, 15. Juni 2009

Schilda

Wie schrieb doch einst Robert Frost so schön: "Im Wald boten sich mir zwei Wege dar und ich ging den, der weniger begangen war." Wäre der gute Mann Grieche gewesen, hätte er wohl geschrieben "... ich ging den, der weniger beschildert war ...". Denn mit Schildern hat man es in Griechenland nicht so. Das obige Bild ist eher eine Ausnahme, denn eigentlich steht an einer Gabelung von zwei Straßen, die absolut gleich stark befahren aussehen, in der Regel kein Schild. Oder es sieht so aus:

Teilweise haben mehr oder weniger offizielle Stellen jedoch schon für Abhilfe gesorgt und einen Schild-Ersatz geschaffen, wie das Beispiel Akrokorinth unten zeigt.

Aber wir wollen nicht allzuviel lästern, denn oft ist alles auch perfekt ausgeschildert, wie das folgende Beispiel zeigt. Hier gab es nur das klitzekleine Problem, dass zu dem Straßenschild die passende Straße fehlte - es ist von (sehr schöner) Wildnis umgeben ...

Zugegeben: Uns kann man es einfach nicht recht machen. Denn zu guter Letzt gibt es noch ein Beispiel von zügellosem Schilderwahn. So etwas ist wirklich gefährlich, denn es verleitet alberne Touristen dazu, ihr dickes Wohnmobil abrupt zum Stillstand zu bringen und erstmal ein Fotos zu schießen ;-)